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Empirische Bildungsforschung

Seit dem 01.03.2018 ist Frau Prof. Dr. Lysann Zander neue Professorin für Empirische Bildungsforschung am Institut für Erziehungswissenschaft der Leibniz Universität Hannover.

Forschungsprofil

Die Heterogenität von Klassenzimmern in Bezug auf identitätsrelevante Aspekte wie beispielsweise die ethnische Gruppenzugehörigkeit oder die kulturelle Herkunft, die Erstsprache, die Geschlechtszugehörigkeit, den sozioökonomischen Status, aber auch in Bezug auf sonderpädagogische Förderbedarfe spielt eine zunehmende Rolle in der empirischen Bildungsforschung und pädagogischen Praxis.

Ein Grund hierfür ist, dass große Bildungsvergleichsstudien immer wieder systematische Unterschiede in den Bildungserträgen der Schülerinnen und Schüler dieser verschiedenen Gruppen deutlich machen: in Bezug auf deren schulische Leistungen, erreichte Bildungsabschlüsse, oder gewählte Studiengänge.

Am Arbeitsbereich Empirische Bildungsforschung untersuchen wir diese Bildungsungleichheiten mit dem Ziel, Ursachen für diese Ungleichheiten zu identifizieren. Beispielsweise in Bezug auf Kompetenzen, Motivation oder Interesse: Warum haben Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund schlechtere Schulleistungen als Kinder und Jugendliche deren Eltern nicht zugewandert sind? Warum schätzen Mädchen ihre Kompetenzen in naturwissenschaftlichen Fächern und Mathematik so gering ein? Warum entscheiden sich so wenige Mädchen für ein Studium der Informatik?

Besonders interessiert uns in diesem Zusammenhang die Frage, welche Rolle das soziale Lernumfeld und insbesondere die Peergruppe für die Entstehung dieser Ungleichheiten spielt. Verstärken sich bestehende Ungleichheiten, wenn „gleich und gleich“ sich im Klassenzimmer gern gesellt, nicht nur freundschaftlich, sondern beispielsweise auch, um sich fachlich auszutauschen? Wie lässt sich Kontakt zwischen Schülerinnen und Schülern verschiedener Gruppen anregen und damit bestehende Heterogenität im Klassenraum besser nutzen?

Weiterhin untersuchen wir, welche Rolle Stereotypen und Vorurteile und die Unsicherheit bezüglich der sozialen Zugehörigkeit für die Aufrechterhaltung und Verstärkung von Bildungsungleichheiten in Lehr- und Lernkontexten spielen.

Zur Beantwortung dieser Fragen arbeiten wir mit nationalen und internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zusammen, wobei wir verschiedenste methodische Zugänge zur Anwendung bringen. 

Von besonderer Bedeutung ist dabei die Methode der sozialen Netzwerkanalyse, um das soziale Lernumfeld von Schülerinnen und Schülern zu beschreiben. Längsschnittliche und experimentelle Untersuchungen liefern sich ideal ergänzende Erkenntnisse.

 

Langfristiges Ziel ist es, unsere Forschungsergebnisse in konkrete und bildungspraktische Strategien zur Überwindung dieser Unterschiede umzusetzen.