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Zwischen heterogenen Lehrkulturen und berufspraktischen Ansprüchen: Fallrekonstruktionen zur universitären Ausbildungsinteraktion im Lehramtsstudium

DFG - Antrag

Antragsteller: Prof. Dr. Andreas Wernet

Projektbeschreibung:

Das beantragte Forschungsprojekt zielt auf die Rekonstruktion von grundlegenden Strukturproblemen der universitären Lehrerbildung. Auf der Datengrundlage von Interaktionsprotokollen universitärer Lehrveranstaltungen geht es darum, die Spannungen und Verwerfungen eines disziplinär heterogenen und zugleich mit spezifischen Praxisansprüchen konfrontierten Studiums zu rekonstruieren. An unterschiedlichen Universitäten werden Lehrveranstaltungen in den Fächern Mathematik, Biologie und Germanistik, in den entsprechenden Fachdidaktiken und aus dem erziehungswissenschaftlichen Lehrangebot erhoben und einer objektiv-hermeneutischen Sequenzanalyse unterzogen. Dabei konzentrieren wir uns auf diejenigen Lehrveranstaltungsformate, die auf Interaktionen zwischen Dozierenden und Studierenden hin ausgelegt sind. Diese Lehrveranstaltungen werden unter der Perspektive in den Blick genommen, welche Kulturen des kommunikativen Austauschs und welche Formen der Bearbeitung der berufspraktischen Ansprüche des Lehramtsstudiums Lehramtsstudierenden dort begegnen. Wir versprechen uns von diesem Forschungszugriff, den komplexen Interaktionsraum, den das Lehramtsstudium an der Universität darstellt, aus seiner Binnenperspektive heraus exemplarisch auszuleuchten.

Material lassen wir uns von der Hypothese leiten, dass Lehramtsstudierende in fachwissenschaftlichen, fachdidaktischen und bildungswissenschaftlichen Lehrveranstaltungen mit heterogenen Kulturen des kommunikativen Austauschs als Ausdruck disziplinär ausdifferenzierter Fachkulturen konfrontiert sind und damit vor dem Problem stehen, dass ihr Studium keinen in sich konsistenten Interaktionszusammenhang bildet. Damit gehen zwei Strukturprobleme einher: 1. Die unterschiedlichen Kulturen des kommunikativen Austauschs in den verschiedenen Segmenten des Lehramtsstudiums erschweren es den Lehramtsstudierenden, sich über eine stabile Fachidentität an der Universität zu beheimaten. 2. Der berufspraktischen Ausrichtung des Studiums wird in den unterschiedlichen Studiensegmenten in je unterschiedlicher Art und Weise Rechnung getragen. Dies führt zu Spannungen zwischen theoretischen und berufspraktischen Ansprüchen, die eine Verunsicherung für die Lehre darstellen. Diese Strukturprobleme sollen in dem Projekt detailliert rekonstruiert werden.

Über dieses unmittelbare Interesse an Problemen der Lehrerbildung hinaus leistet das Forschungsvorhaben einen Beitrag zu einer erziehungswissenschaftlichen Grundlagenforschung zur universitären Lehre. Wir erwarten von den geplanten Interaktionsrekonstruktionen empirisch aufschlussreiche Impulse für eine material begründete Theorie universitärer Lehre zu gewinnen. Das Forschungsvorhaben zielt auf ein wirklichkeitswissenschaftlich fundiertes Bild der Eigenlogik universitärer Lehre ab; auch und gerade im Kontrast zur Logik schulischen Unterrichts.

 

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